Fremont Street Experience

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Fremont Street Experience
Wer älter als, sagen wir mal, dreißig Jahre ist, der kann sich vielleicht noch an den ein oder anderen Film aus seiner Kindheit erinnern, in dem Las Vegas sogar nicht so aussah, wie man es heute am Strip vorfindet: Statt Luxus-Hotels und Shopping Malls im Stile von Themenparks sah man da vor allem verrauchte Casinos, finstere Gassen, alte Leuchtreklame und den riesigen Cowboy mit seiner Zigarette. Besonders einladend sah das nicht aus, ein bisschen verrucht und gefährlich vielleicht sogar, doch es hatte auf eine gewisse Weise seinen Reiz, wollte dieses Bild doch wunderbar zu einer Stadt des Glücksspiels und des Lasters passen. Ist all das Geschichte? Oder handelt es sich dabei womöglich nur um eine Erfindung von Hollywood?

Die Antwort darauf lautet: Ja und nein.

In Wirklichkeit ist es so, dass Filme natürlich nie so ganz die Realität widerspiegeln. Wenn Hollywood einen Gangster-Film in Las Vegas drehen will, dann sucht man sich dafür logischerweise nicht die teuersten und schönsten Hotels aus. Es sei denn, es handelt sich um einen Film wie Ocean’s Eleven, wo die Gangster allesamt vornehm wirkende Models sind, da passt dann auch das MGM oder Bellagio dazu. Aber auf der anderen Seite ist es selbstredend auch so, dass die Stadt sich seit etwa 1990 doch sehr stark geändert hat, was übrigens für viele Metropolen in den USA gilt, vor allem für New York, das früher doch deutlich gammeliger daherkam, als es das heute noch ist.

Gleichwohl gibt es dieses alte Bild, wie man es aus Filmen kennen mag, heute noch: Mit der Fremont Street Experience. Dabei handelt es sich um eine Straße in Downtown Las Vegas, in der die Zeit zu einem gewissen Grade stehen geblieben zu sein scheint. Hier blinkt noch die Leuchtreklame bei Nacht, die Casinos sehen so verraucht aus wie eh und je, von Luxus ist nicht viel zu spüren und sogar der bekannte Zigarettenmann strahlt hier vor sich hin.

Klar: Ein bisschen Show ist das schon, denn auch wenn man hier einen auf alt und verrucht macht, so ist immerhin von einer „Experience“ die Rede, anstatt einfach nur von der Fremont Street zu sprechen, weshalb die Straße beispielsweise auch überdacht ist und dieses Dach nachts bunt angestrahlt wird, so dass man sie sogar bei dem seltenen schlechten Wetter in Las Vegas problemlos besuchen kann. Aber insgesamt wirkt das Dargebotene schon recht authentisch, was vor allem den originalen Hotels und Casinos zu verdanken ist, die man hier recht zahlreich findet.

Dazu zählen Binion’s Horseshoe, der Eldorado Club, das Fremont Hotel and Casino, das Golden Gate Hotel and Casino, das Golden Nugget, das The Mint und der Pioneer Club.

Übernachten möchte man hier zwar wahrscheinlich nicht, aber einen Abstecher am Abend für ein paar Stunden ist die Fremont Street Experience allemal wert. Man kann sie vom Strip aus mit dem Auto erreichen und dann in einer der Seitenstraßen parken, einfacher ist es aber doch mit dem Bus, weil man sich dann nicht durch den Verkehr quälen und überhaupt erstmal zum Parkhaus hinter seinem Hotel rennen muss. Die Anfahrt zieht sich allerdings ein bisschen, vom Zentrum des Strips aus benötigt man mit den Bussen der Linie SDX oder DEUCE zwischen 30 und 40 Minuten. Die Busse fahren quasi Tag und Nacht, sie kosten nur ein paar Dollar, aber eigentlich lohnt sich der Besuch nur am Abend.